Home
News
Das Spiel
Spieletheorien
Definitionen
Klassifikation
Spielen und Lernen
Spielend lernen
Workshop
Kontakt
Impressum
Sitemap

Das Spiel - Spieletheorien

Die Ankerpunkte der Spieltheorien

Huizinga stellte fest: „Spiel ist älter als Kultur; denn so ungenügend der Begriff Kultur begrenzt sein mag, er setzt doch auf jeden Fall die menschliche Gesellschaft voraus, und die Tiere haben nicht auf die Menschen gewartet, dass diese sie erst das spielen lehrten.… Alle Grundzüge des Spiels sind schon im Spiel der Tiere verwirklicht.“. Er stellt dabei fest dass in allen Kulturkreisen gespielt wurde, und betrachtet Spiel als Kulturfunktion.

Erste spieltheoretische Diskussionen sind von Plato und Aristoteles bekannt. Plato beschrieb einen Zusammenhang zwischen Spielfähigkeit und Stabilität des Staates. Die Kinder sollten im Spiel Regeln und Normen des Staates lernen. Er schlussfolgert daraus, "...dass ein Zusammenhang bestehe zwischen einer durch Erziehung zu wahrenden Beständigkeit der kindlichen Spiele und einem ungestörten Fortbestehen der Gesetze . Um der Stabilität des Staates willen dürfe man deshalb Veränderungen in den Spielen nicht bagatellisieren“.

Aristoteles griechisch Αριστοτέλης, *384 v. Chr. in Stageira / Makedonien, † 322 v. Chr. in Chalkis / Euböa

Aristoteles stellt das Spiel ambivalent zur Arbeit dar. In seiner Ansicht ist Spiel Mittel der Erholung: „Denn das Spiel ist so viel wie Erholung, Erholung aber brauch der Mensch, weil er außerstande ist, ohne Unterbrechung zu arbeiten. Erholung ist somit kein Endziel, denn man gönnt es sich um der Tätigkeit willen“. Er wertet Arbeit und Spiel, dabei stellt er die Arbeit in den Vordergrund. Für Aristoteles dient Arbeit dem Ziel Glück: „Ferner gilt, dass das glückliche Leben ein ethisch hoch stehendes Leben ist. Ein solches aber erfordert Anstrengung und ist kein Spiel.“ Diese Gedanken werden immer wieder aufgegriffen und neu diskutiert . Aktueller den je war er zur Zeit der Industriegesellschaft.

Quintilian, der erste besoldete Professor, will: „den Kindern Elfenbeintäfelchen mit Buchstaben zum Spielen geben, damit sie das Lesen spielend erlernen“. Somit sah er im Spiel die Möglichkeit zur Erziehung von Kindern und Jugendlichen.

Scheuerl stellte dazu fest: „Wer in älteren Spieltheorien stöbert, wird feststellen, wie wenig gründlich Neues es unter der Sonne gibt und wie vieles Alte unmittelbar aktuell ist.“

Im weiteren Verlauf der gesellschaftlichen Entwicklung, besonders im Mittelalter, wurde das Spiel abgewertet, als unproduktiv angesehen und sogar verteufelt. Das Spiel hatte keinen Platz in der Ethik des Christentums. Daher erfolgte keine nennenswerte Auseinandersetzung mit dem Thema Spiel . Neue Bedeutung erlangte das Spiel erst wieder zur Zeit der Aufklärung.

© SPIELEND SPIELEN 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung