Das Spiel - Spieletheorien
Die phänomenologischen Ansätze
Die phänomenlogischen Ansätze beschäftigen sich mit dem Wesen des Spiels. In den Wesensmerkmalen sehen die Vertreter die Möglichkeit durch Interpretation das Phänomen Spiel zu erklären.
Die bekanntesten Vertreter sind: Frederik J.J. Buytendijk, Johann Huizinga und Hans Scheuerl, sie wählten unterschiedliche Zugänge zur Phänomenanalyse. Buytendijk wählte den Vergleich zwischen tierischen und menschlichen Verhalten, Huizinga die anthropologischkulturhistorische Perspektive und Scheuerl die reformpädagogische Sicht.
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Johan Huizinga * 7. Dezember 1872 in Groningen (Niederlande); † 1. Februar 1945 bei Arnheim |
Exemplarisch werde ich den Ansatz von Scheuerl darlegen, da er der bekannteste Vertreter der modernen Spieltheorie ist. Sein Standardwerk „Das Spiel“ beruht auf seiner im Jahre 1952 vorgelegten Dissertation. In ihr hat Scheuerl hat den Versuch unternommen anhand von vorhandenen Spieltheorien auf das Wesen des Spiels zu schließen. Durch diese Vielschichtigkeit hat er eine sehr große Spannweite in seinem Spielverständnis erreicht.
Die von ihm identifizierten sechs Wesensmerkmale des Spiels:
- Moment der Freiheit
- Moment der inneren Unendlichkeit
- Moment der Scheinhaftigkeit
- Moment der Ambivalenz
- Moment der Geschlossenheit und
- Moment der Gegenwärtigkeit
haben ihre Grundlage in den bis 1950 publizierten Spieltheorien.
Das Moment der Freiheit im Spiel beschreibt Scheuerl als: „Spiel ist frei von Zwang ungebärdig drängender Triebe …Es ist frei von den Bedürfnissen des Daseinskampfes …Es ist ohne Verantwortung und ohne Konsequenzen. “ Er folgert daraus: „das man sich zum Spiele erst frei machen müsse, von allen möglichen Behinderungen“ dieses Kriterium bezieht er auf das Kinderspiel, Erwachsenenspiel als auch auf das Spiel der Tiere.
Das Moment der inneren Unendlichkeit im Spiel sieht er im „Trend zur Wiederholung“ und seiner „Ausdehnung in der Zeit“. Spiel will nicht „erledigt“ sein, sondern strebt nach „Ewigkeit“ so kann der Spieltrieb nicht „gesättigt“ werden.
Unter Scheinhaftigkeit im Spiel versteht Scheuerl, dass das Spiel in einer Scheinrealität stattfindet. Diese beurteilt er sehr unterschiedlich und greift die Formulierungen der Spieltheoretiker auf: „Illusion", „Täuschung", „Fiktion" oder „Halluzination", betont aber gleichzeitig das der „Schein" nicht negativ behaftet ist. Im Mittelpunkt steht das „, als ob" als logischen Schein, dem entgegen steht die Lebenswirklichkeit.
In seinem Merkmal Ambivalenz vertritt Scheuerl wie auch schon Heckhausen die Ansicht, dass Spiel einer „maßvollen Spannung" bedarf.
Der Ausgang soll stets offen und nicht vorhersehbar sein, denn sonst tritt „Spannungslosigkeit“ ein und das ist der „Tod für das Spiel“.
Das Moment der Geschlossenheit bezeichnet den Prozesscharakter des Spiels. Spiel ist außerhalb des Prozesses frei, unterliegt jedoch im Spiel gewissen „Eigengesetzlichkeiten", die ihm „Gestalt" geben. Daraus folgt das es sich beim Spiel um einen geschlossenen Prozess handelt, der aus Affekten und Effekten besteht.
Mit dem sechsten Merkmal der Gegenwärtigkeit verdeutlicht Scheuerl die besondere Zeitstruktur des Spiels. Spiel ist: „also irgendwie aus der Kontinuität der Zeitreihe gelöst." Dadurch das Spiel in einer eigenen Realität stattfindet schafft es sich auch eine eigene Zeitstruktur.
Die Wesensmerkmale von Scheuerl sind allgemein anerkannt, der Ansatz aber angreifbar, durch das fehlen eines „subjektiven Elements“. Daher findet man die Wesensmerkmale in fast jeden Versuch wieder, wenn es um die Definition des Phänomens Spiel geht.