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Das Spiel - Spieletheorien

Die sozialisationstheoretischen Ansätze

Bei den sozialisationstheoretischen Ansätzen wird der Fokus wieder auf den auf den „zweckrationalen Aspekt" gelegt. Das heißt, wie kann das Spiel Einfluss auf den Sozialisierungsprozess haben und somit Einfluss auf das Hineinwachsen des Menschen in die Gesellschaft.

Der Ansatzpunkt für diese Überlegungen ist die Annahme, „dass im Rahmen des Sozialisationsprozesses bei Kindern und Jugendlichen Defizite entstehen“.

Sozialisation und Spiel werden, aus Sicht der Ansätze, vereinigt als Prozess des sozialen Lernens. Dadurch können beobachtbare Sozialisationsdefizite durch „entsprechende kompensatorische Maßnahmen" beeinflusst werden und somit das Hineinwachsen in die Gesellschaft. Die sozialisationstheoretischen Ansätze vereinen in sich verschiedene Strömungen, so wurde das Spiel aus rollentheoretischer, interaktionistischer, entwicklungspsychologischer und kulturvergleichender Sicht betrachtet.

George Herbert Mead * 27. Februar 1863 South Hadley Mass., USA † 26. April 1931 in Chicago, USA

Mit der sozialen Förderlichkeit des Spiels befasste sich Georg Herbert Mead, er stellt soziales Handeln in das gesellschaftliche Spannungsfeld zwischen Individuum und Gruppe. Sein Ansatz sieht den Sozialisationsprozess im Sinne des homo sociologicus, d.h., Individuen wachsen in der Gesellschaft mit unterschiedlichen Rollen auf und benötigen ein Rollenrepertoire.

Eine Rolle bildet die Verhaltenserwartungen der Gesellschaft („Die Haltung des generalisierten Anderen entspricht der Haltung der gesamten Gemeinschaft.") in einer bestimmten Konstellation ab. Somit stellt die Einübung eines Rollenrepertoires einen Erfolgsfaktor für den Sozialisationsprozess des Einzelnen dar.

„Durch die Verfügung über verschiedene Rollen kann sich der Mensch im gelingenden Sozialisationsprozess nicht nur in einer akzeptablen Weise zur Gesellschaft verhalten, sondern auch gleichzeitig auch zu einer Ich-Identität finden.“

Ziel der Ich-Identität ist eine Harmonie zwischen den Anforderungen der personal identity und der social identity. Dabei ist die personal identity die Dimension der personellen Einzigartigkeit und die social identity die Dimension der Erwartungen des generalisierten Anderen.

Um die Ich-Identität zu entwickeln und beizubehalten sind drei Fähigkeiten ausschlaggebend:

  • die Rollendistanz
  • die Ambiguitätstoleranz
  • die Empathie.

Unter Rollendistanz fasst man die Fähigkeit sich gegenüber sozialen Normen kritisch und reflektierend zu verhalten , Empathie andererseits charakterisiert die Auffassungskraft in fremde Rollen.

Die Ambiguitätstoleranz schließlich stellt die Qualifikation, zwiespältige Situationen auszuhalten und sie argumentativ zu überwinden, dar.

Die Rollentheorie, eine weitere Richtung der Sozialisationsforschung, betrachtete auch das kindlich Rollenspiel und erweiterte die drei Fähigkeiten um eine vierte die soziale Kompetenz. Darunter fassten die Vertreter die Fähigkeit im sozialen Kontext kommunikativ zu handeln. Die Grundaussage indessen bleibt homogen „die Grundqualifikationen des Rollenhandelns sollten möglichst früh und in immer wieder neu organisierten Lernprozessen erworben werden.“

Im Rahmen dieser Sichtweisen wurde das Spiel meist aus dem Blickwinkel des kindlichen Spiel s betrachtet und ihre sozialisatorische Nützlichkeit für das Kind dargestellt. Dennoch gibt es einige wenige Theoretiker, die die Funktionen auf das Spiel der Erwachsenen übertragen.

Herman Röhrs sagte dazu: „Gerade für die Entwicklung und Vollendung des Menschen wäre es von entscheidender Bedeutung, wenn Spielauffassung und –verständnis im ursprünglichen Sinne auch das Erwachsenenleben durchdringen könnten, um jene Lebensfreude erhalten zu können, die als Mitte des Spiels den Menschen über einen bejahenden Lebensbezug zu einem vertieften Selbstverständnis führt."

Die sozialisationstheoretischen Ansätze wurden wie erwähnt aus vielen Strömungsrichtungen betrachtet. Im Sinne der Übersichtlichkeit werden nachfolgend zwei Vertreter noch erwähnt aber nicht mehr ausführlich dargestellt.

Sara Smilansky stellte im Rahmen ihrer Studien fest, das die Spielfähigkeit selbst elementar ist, da ohne altersgemäße Spielfähigkeit kein Einsatz von Rollenspiel möglich war.

Brian Sutton-Smith setzte sich mit der „Konfliktsozialisierung im Spiel“ auseinander. Er erkannte eine enge Verknüpfung zwischen Spielverhalten und gesellschaftlichen Umfeld, diese beleuchtete er in kulturanthropologischen Studien. Das Konfliktpotenzial von Spiel sieht er in der Vereinigung von Gegensätzen in Spiel und die damit mögliche Auflösung ambivalenter Situationen.

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