Spielend lernen
Aktivität
Unter Aktivität wird die handelnde Auseinandersetzung mit dem Spiel und deren Inhalten verstanden. Aktivität ist im Zusammenhang mit Lernen zu sehen. Das bedeutet, im Spiel muss Ursache und Wirkung zu erkennen sein, damit diese dann auch später in die Realität übertragbar ist.
Daraus folgt, dass Spiele so gewählt werden müssen, dass der Sinn für die Teilnehmer erkennbar ist, sodass sie die Wirkung ihrer Handlung übertragen können. Dabei ist auch entscheidend, wie viele Lerninhalte in ein Spiel verpackt werden. Ein wichtiges Kriterium ist eine Balance zwischen Anforderungen und Wahrnehmungszeit. Sind zu viele Lerninhalte oder Erkenntnisinhalte aneinander gesetzt, werden einzelne Erfahrungen nur halb oder gar nicht wahrgenommen. Somit sinkt der Lerneffekt.
Eng mit dem oberen Kriterium verbunden ist die Einplanung von Pausen, in denen den Teilnehmern die Möglichkeit gegeben wird, das Spiel oder Spielsequenzen zu reflektieren.
Auf diese Weise fördert man die Auseinandersetzung mit dem Spiel und den damit verbundenen Inhalten aber auch mit den Seminarteilnehmern. Somit können Erfahrungswerte anderer Teilnehmer verdeutlicht und aufgenommen werden.
Wichtig um die Aktivität also die Auseinandersetzung zu erhöhen, ist die Auswertung eines Spiels. Dabei sollten mehrere Ebenen einbezogen werden. Jedes Spiel unterliegt einem Prozess. Beginnend von der Analyse der Aufgabe, über die Bestimmung der Vorgehensweise, dem Durchlauf der einzelnen Phasen, der Entscheidungsfindung, bis hin zu einer Lösung. Eine weitere Ebene ist die Personelle, jeder Teilnehmer ist im Spiel aktiv d.h. seine Gefühlsebene wird angesprochen. Somit werden Emotionen, einmal in der Person selber als auch in der Gruppe, freigesetzt.
Dementsprechend muss auch eine Auswertung auf der Gruppenebene erfolgen, da jede Handlung mit einer Reaktion verbunden ist. Diese einzelnen Ebenen sollten in einer Auswertung durch gezielte Auseinandersetzung mithilfe des Spielleiters reflektiert werden.
Dabei sollte der Schwerpunkt der Auswertung je nach Bedarf gesetzt werden, damit sich die Teilnehmer nicht in sinnloses Plaudern verstricken. Hilfreich dafür ist ein Fragegerüst oder ähnliche Hilfsmittel, an denen sich die Teilnehmer orientieren können. Aufgabe des Spielleiters ist es die Schwerpunkte herauszufiltern, die die Teilnehmer beschäftigen und durch gezielte Nachfragen den Lerneffekt zu erhöhen.
Im engen Zusammenhang mit der Auswertung steht der Transfer in die reale Umwelt. Dieser sollte auch schon in der Spielumgebung d.h. in der Seminarzeit durch geeignete Transfermethoden bewusst gestaltet werden. Sinnvolle Transferarbeit ist immer abhängig von der Definition von Lernzielen, denen sich auch die Teilnehmer bewusst sind. Ein wichtiger Gesichtspunkt sollte auch die Auswahl der Methoden sein Abwechslungsreichtum und Kreativität kann den Transfer steigern. Ausgehend davon sollten für diese Transfermethoden genug Zeit und Raum eingeplant werden. In solch einer Spiel bzw. Lernumgebung wechseln sich die Spielelemente ab, sodass ein Prozesszyklus aus Planen, Ausprobieren, Reflektieren entsteht aber nicht endet sondern wieder von vorn beginnt. Somit wird die Auseinandersetzung mit dem Spiel erhöht und der Lerneffekt gesteigert.
Teil der Transferarbeit jedoch ein eigenständiges Kriterium, ist die Nachbetreuung. Gerade bei Spielinhalten die nachwirken, sollte die Möglichkeit einer adäquaten Nachbetreuung geschaffen werden. Dies steigert den Lerneffekt aber auch den Wert des Spiels. Die Nachbetreuung kann dabei in unterschiedlichsten Formen erfolgen. Sie kann sowohl darin begründet sein einen Ansprechpartner zu benennen als auch persönlich den Kontakt in regelmäßigen Abständen zu halten.