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Spielend lernen

Ambivalenz

Ambivalenz ist das Spannungsverhältnis im Spiel. Daraus folgt, dass der Ausgang stets offen und nicht vorhersagbar sein muss, denn wandelt sich die Ambivalenz zur Eindeutigkeit, gibt es kein Spiel mehr. Besonderen Einfluss hat hier der Aktivierungszirkel, der von Heckhausen vorgestellt wird. Das Pendeln um einen optimalen Aktivierungsgrad bewirkt eine anregende Wirkung und gewährleistet somit die Funktionstüchtigkeit der kognitiven und motorischen Fähigkeiten. Damit werden Wirkungsmechanismen aktiviert wie die „Verlagerung des Aufmerksamkeitsschwerpunktes in der Wahrnehmung", „sensorische und lokomotorische Orientierungsreaktionen" und „Probieraktionen und Erkundungsverhalten". Diese pendelnde Wirkung wird erreicht durch Diskrepanzen verschiedener Anregungskonstellationen:

  • Neuigkeit
  • Überraschungsgehalt
  • Verwickeltheit und.
  • Ungewissheit/Konflikt.

Infolgedessen sollten einzelne Spiele oder Spielketten immer so gewählt werden, dass ein Neuigkeitswert enthalten ist, dass es Überraschungen und Wendungen gibt, dass die Teilnehmer in den Bann des Geschehens gezogen werden und dass der Ausgang ungewiss ist. Dabei können alle Elemente in einem Spiel gefunden werden oder auch nur Einzelne.

Ziel ist es eine Spannungskurve aufzubauen. Das heißt, im Spiel muss es zu einer Schleife aus Erregung, Höhepunkt und Entspannung kommen.

Daraus lassen sich mehrere Erfolgsfaktoren ableiten. Um die Spannungskurve aufzubauen bzw. zu erhalten ist es wichtig das Spiel inhaltlich und zeitlich adäquat in das Seminar einzuplanen. Zusätzlich sollten die Informationen im Bezug zur Spannungskurve stehen. Möchte man so genannte Spielketten einbauen, muss auf einen dramaturgischen Ablauf geachtet werden sowie auf eine geeignete Rahmenhandlung. Ein weiterer Punkt ist die mögliche Variation von Spielen folglich ein Spielrepertoire.

Ausgangspunkt ist das Spiel oder die Spiele so zu verarbeiten das es möglich ist Spannungen zu erzeugen, zu suchen und aufzubauen im Sinne der Spannungskurve.

Das Spiel inhaltlich und zeitlich adäquat in das Seminar einzuplanen, impliziert die Spiele so zu wählen, dass sie sich harmonisch in den Seminarverlauf einfügen und nicht als störend wahrgenommen werden. Weiterhin sollte in der Planung mit Spielen auf eine Balance zwischen den unterschiedlichen Lehr- und Lernmethoden geachtet werde.

Auch das zweite Erfolgskriterium die Information passend zum Spannungsverlauf ist sehr wichtig. Dabei sollten die Botschaften so gewählt werden, dass weder Spannung vernichtet wird, als auch ein Spannungsaufbau erfolgen kann. Eine Harmonie zwischen Aktivierung und Ungewissheit führt zu neugierigen Spielern, die eine Spannung aufbauen weil sie das Ende weder voraussehen noch planen können.

Bei der Einarbeitung so genannter Spielketten oder Planung einer reinen Spielveranstaltung muss auf einen dramaturgischen Ablauf bzw. die Einbettung in eine Rahmenhandlung geachtet werden. Eine unbedeutende Aneinanderreihung von Spielen vernichtet die Spannungskurve. Durch gezielte Abfolge oder einer Handlung kann diese aber immer wieder aktiviert werden.

Die Erarbeitung eines Spielrepertoires ist ein wichtiger Bestandteil um Spiele spannungsreich verarbeiten zu können. Dabei sollte man auch spontan Spiele ersetzen können, wenn zum Beispiel das Spiel zu vielen bekannt ist. Reaktionen wie „ach das kenn ich schon“ oder eine gelenkte Abfolge der Teilnehmer, denen das Ende oder der Sinn bekannt sind, bedeuten den Verlust der Spannungskurve bzw. den Spannungsabfall. Die schnelle Variation von Spielen kann somit zu einem erneuten Aufbau einer Spannungskurve führen.

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