Spielen & lernen
Das Spiel nach dem Lernen
In diese Sichtweise lässt sich Twellmann´s drittes Charakteristikum: „Der Lernvorgang schließt ab mit einem Zustand, in dem das Gelernte so beherrscht wird, das es „spielend "zur Verfügung steht." von Spiel einordnen. Dabei stellt er Spiel als höhere Stufe des Könnens dar. Er definiert damit den Zustand nach dem Lernen, denn auch hier wird gespielt aber Erlerntes wird spielerisch beherrscht. Somit wird der Zusammenhang von Spiel und Lernen deutlich. Im Spielen nach dem Lernen bewahrt und schafft man gleichzeitig Neues. Bewahrend in dem Sinn, dass nicht verlernt wird, da ein Umgang mit dem Wissen stattfindet. Gleichzeitig wird neues Wissen, durch dessen Benutzung in neuen Spielräumen bzw. Handlungsfeldern generiert. Dadurch entsteht ein Prozess permanenter Bewahrung und Neuschaffung, indem das Gelernte immer wieder Aktivierung erfährt. Das Motiv für diesen Prozess wird in der Freude gesehen, dass man Zusammenhänge trotz unterschiedlicher Ausgangssituationen erkennen kann.
Twellmann sagt dazu: „Auf diese Weise trägt der Spieltrieb dazu bei, heranwachsende und erwachsene Menschen vor der Erstarrung zu bewahren“.
Diese Sichtweise scheint elementar für das Lernen, denn sie zeigt dass im Spiel auch verlernt werden kann, in dem Sinn das Gelerntes an neue Gegebenheiten angepasst wird bzw. Vorhandenes hinterfragt wird. Gerade dieser Aspekt ist besonders wichtig in der beruflichen Bildung, denn hier ist Wissen ständiger Veränderung unterworfen.
Auch Scheuerl beschreibt: „Spielendes Lernen ist nicht eine unvollkommene Vorform des eigentlichen Lernens, sondern dessen letzter Gipfel". Dabei versteht er die Fähigkeit die Struktur des zu Erlernenden zu erfassen und mit schon vorhandenem Wissen abzugleichen und somit eine Beziehung herzustellen. Dabei entdeckt er das Spiel in der jeweiligen Lernsituation und kann so auch außerhalb des Spiels lernen.