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Workshop - „Spielend Spielen“

Der Workshop „Spielend spielen" greift die zuvor identifizierten Erfolgsvariablen auf und stellt ein Konzept dar, wie diese vermittelt werden können.

Im Folgenden wird der Workshop in Ausschnitten vorgestellt. Bitte haben sie Verständnis das nicht alle Inhalte online gestellt sind.

Dabei sind Rahmenhandlung und Spielauswahl auf die Zielgruppe zugeschnitten und dargestellt. Die zu vermittelnden theoretischen Hintergründe sind stark teilnehmerabhängig, deswegen wird im Zuge dieser Beschreibung auf eine Ausformulierung verzichtet. Anstatt dessen werden nur Ansatzpunkte zu den Inhalten dargestellt.

Eine exakte Spielplanung mit genauen Zeitangaben ist für Spiele nicht möglich. Spiel sowie anschließende Reflexionszeit sind stark abhängig von gruppendynamischen Prozessen. So kann ein Spiel bei einer Gruppe zum Selbstläufer werden oder auch an einen toten Punkt kommen.

Daraus folgend kann nie eine allgemeine Zeitvorgabe pro Spiel bestimmt werden. Deswegen sollte der Workshop in einer Blockveranstaltung durchgeführt werden. Am ersten Tag ist ein Zeitfenster von acht Stunden und am zweiten von sechs Stunden als Richtwert angemessen. In diesem kann der Spielleiter die individuellen Bedürfnisse berücksichtigen.

Wenn die Möglichkeit besteht, sollten sich Teilnehmer und Spielleiter darauf einigen Vornamen zu verwenden. Als Arbeitsbasis in der Quasi-Realität sollte das Du in Verbindung mit der Rolle gebraucht werden, da so die Abgrenzung zum realen Leben bewusster erfolgt.

Dementsprechend wird im Folgenden das Du in der Spielbeschreibung genutzt. Die Begriffe Spielleiter und Brückenbaumeister sowie Teilnehmer und Brückenbauer sind in der Spielbeschreibung als Synonyme zu sehen.

Zielgruppe und Ziele des Workshops

Der Workshop wurde für alle die das Spiel in der beruflichen Bildung einsetzen wollen konzipiert. Insbesondere ist er für Studenten, die zukünftig in der Bildung arbeiten und Interesse an der Methode Spiel für den Seminareinsatz haben. Es werden Kenntnisse in Kurs- und Seminarmethoden und ein allgemeines Verständnis von Spielformen vorausgesetzt, da auf diesen in einzelnen Bausteinen aufgebaut wird.  

Im Mittelpunkt des Workshops steht nicht die reine Wissensvermittlung zur Methode Spiel in der beruflichen Bildung, sondern das Erleben und Erfahren des Spielphänomens. Die Teilnehmer lernen wesentliche Planungsschritte zum systematischen Spieleinsatz kennen. Im Laufe des Workshops wird ihnen ein Repertoire unterschiedlichster Spielarten und -formen an die Hand gegeben.Sie werden dazu befähigt die Spiele situativ einzusetzen, zu variieren und an individuelle Bedürfnisse flexibel anzupassen.

Diese Lernerfahrung wird durch die permanente Konfrontation mit verschiedenen Spielsituationen erreicht. Die Studenten können mit Störfaktoren (teilnehmer- als auch situationsbedingt) umgehen, in dem sie verschiedene Gegebenheiten erlebt sowie daraufhin Handlungsmuster erarbeitet und erprobt haben. Durch den Einsatz verschiedenster Requisiten im Workshop werden die Teilnehmenden angeregt selbstständig Spielmaterialien herzustellen.

Nach dem Workshop sind die Teilnehmer in der Lage die Rolle des Spielleiters mit all seinen Facetten zu übernehmen.  

Durch die gemeinsame Arbeit in der Gruppe werden auch soziale Lernziele wie Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit und Problemlösefähigkeit spielerisch gefördert.

Die Rahmenhandlung und Spielraumgestaltung

Als  Erfolgsvariablen wurden die Rahmenhandlung und die Spielraumgestaltung identifiziert. Da im Spiel durch erleben und erfahren gelernt wird, ist eine Rahmenhandlung und eine entsprechende Spielraumgestaltung besonders wichtig. Gerade eine anregende Gestaltung wirkt in zwei Richtungen. Zum einen erreicht man das Eintauchen in die Quasi- Realität und steigert damit die Spiel- und Lernbereitschaft, zum anderen erreicht man einen Lerneffekt durch das Erfahren und Erleben einer Spielhandlung.

Für den Workshop wurde die Metapher „Fluss der Ungewissheit" als Ausgangspunkt gesetzt. Diese steht für die Unklarheiten und Zweifel, die bei einem Einsatz von Spielen besteht.  Die Teilnehmer des Workshops werden eingeladen eine Brücke über den „Fluss der Ungewissheit" der einige trübe und tiefe Stellen und Stromschnellen hat, zu bauen. Sie sind daher Brückenbauer. Ziel ist es, das sichere Ufer zu erreichen, um Spiele sicher in Seminare und Trainings einplanen zu können.

Für die erfolgreiche Brückenkonstruktionwird den Teilnehmern ein Brückenbaumeister zur Seite gestellt. Der Brückenbaumeister entspricht der Rolle des Spielleiters bzw. Trainer, der durch den Workshop führt. Er kennt die Bauanleitung gibt Hilfestellungen, Tipps und hilft die Brücke zu bauen. Dabei entspricht die Bauanleitung den einzelnen Seminarbausteinen. Zusätzlich verwaltet der Brückenbaumeister die Brückenteile. Diese bestehen aus Spannplatten und Verbindern in Form von Nägeln und Schnur.

Die Bauteile kann man von ihm erwerben, mal käuflich oder einfach nur in Tausch gegen andere Dienstleistungen. Somit stellt er Aufgaben gibt Regeln vor und führt durch den Workshop. Mit der gewählten Metapher sind wesentliche Grundbausteine für die Raumgestaltung schon bestimmt.

Für die Durchführung des Workshops sollte die gewählte Metapher auch umgesetzt werden. Hierfür eignet sich blaue selbstklebende Folie als Fluss und Spannplatten, Nägel und Schnur die  als Brückenteile dienen. Weitere nützliche Utensilien sind Requisiten wie ein Hammer zum Bauen, eine Kiste für den Spielanfang, ein Hefter, in den die Bauanleitung oder Tipps eingeheftet werden können.

Abbildung der Brückenteile

Sinnvoll bei großen Räumen ist eine Raumteilung so dass Platz für Aktionen ist und gleichzeitig die Brücke gebaut werden kann. Weiterhin sollten Metawände und Flipcharts inklusive Papier und Moderatorenkoffer sowie eine Kamera bereitgestellt werden. Eine Metawand sollte die Möglichkeit bieten mögliche Unklarheiten zu notieren.

Tische sind an den Rand zu stellen, und eine Seite des Raums mit einer Kreisbestuhlung zu versehen. Eine weitere Ecke des Raums sollte als Sitzecke mit zwei Tischen versehen werden. Weitere Tische sollten vorhanden sein für Requisiten und andere Spielmaterialien.

Raumplan für den Workshop

In den nach folgenden Bausteinen wird eine Möglichkeit für einen Workshop mit dem Thema Spiel dargestellt. Die darin enthalten Bausteine können an die jeweiligen Anforderungen der Zielgruppen angepasst werden.

Dennoch bietet der Workshop nur einen Einblick in die Vielfältigkeit des Spiels. So könnten die nur kurz angerissene Erstellung von Spielmaterialien sowie die Spielentwicklung einen eigenen Kreativ-Workshop ausfüllen.

Weiterhin ist eine Nachbetreuung im Sinne einer Austauschgruppe vorstellbar. In ihr könnten erlebte Spielerfahrungen diskutiert werden und ein Austausch über interessante Spiele erfolgen. Zusätzlich würden die Teilnehmer ihr Spielrepertoire ausbauen und neue Impulse für den Spieleinsatz sammeln.Ein weiterer Vorteil einer  Austauschgruppe ist ihr kreatives Potenzial, das insbesondere bei der Spielentwicklung benötigt wird. Auch der individuelle Zuschnitt eines Spiels auf die Gruppe wird dadurch erleichtert.

Ein nützliches Werkzeug für Austauschgruppen wäre die Erstellung einer Spieldatenbank. In dieser könnten anhand von Kategorien systematische Spieleinteilungen vorgenommen werden. Die stetige Pflege der Datenbank würde das Erweitern des Spielrepertoires für den einzelnen Spielleiter vereinfachen.

 Dadurch das Spiel so Facettenreich ist sind noch weitere Betrachtungswinkel denkbar. Somit kann die vorliegende Arbeit nur einen Ausschnitt des Spielphänomens erfassen.
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